600 JAHRE HEILIGSPRECHUNG SEBALDUS: 1425 – 2025
Die Sebalduskirche in Nürnberg ist die älteste Pfarr- und Ratskirche der Stadt, am Fuß des Burgbergs, in unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Hauptmarkt gelegen. Sie ist bekannt als Gemeindekirche Albrecht Dürers, Wirkstätte Johann Pachelbels und Bürgerdom, der durch zahlreiche Stiftungen des älteren Nürnberger Patriziats reich ausgestattet wurde.
Aber wer war ihr Namensgeber Sebald, dessen Kult am 26. März 1425 durch Rom anerkannt wurde?
Um 1072 erwähnen drei voneinander unabhängige Quellen davon, dass zahlreiche Wallfahrer an das Grab des wundertätigen Sebald(us) pilgern, um den als heilig bezeichneten Mann zu verehren. Über Herkunft und Wirken der Person des Sebaldus geben die Quellen aber keine Auskunft. Historisch wahrscheinlich ist, dass Sebaldus in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts als Priester des Bistums Bamberg in die neue Ansiedlung unterhalb des Burgbergs entsandt wurde und nach seinem Tod in der vermutlich von ihm selbst gestifteten Peterskapelle begraben wurde.
Über seinem Grab wurde im 13. Jahrhundert die heutige Sebalduskirche errichtet, in der dann drei Jahrhunderte später der kunsthistorisch bedeutende bronzene Prunkschrein für die sterblichen Überreste von Peter Vischer d. Ä. und seinen Söhnen errichtet wurde.
Mit dem Aufschwung der Reichsstadt und dem Aufblühen des Handels verbreitete sich über die Nürnberger Kaufleute die Sebaldusfrömmigkeit. Sebald wurde zum Stadtpatron, der in Nöten und Sorgen angerufen wurde. Die Patrizier wählten den Einsiedler und Pilger als Galionsfigur und bekundeten so demonstrativ ihre Unabhängigkeit von den umliegenden Bischofsstädten Bamberg, Eichstätt, Regensburg und Würzburg. Daneben fungierte Sebaldus im Ringen mit den Nürnberger Burggrafen als Verbündeter. Mit ihrem Heiligen schufen sie ein eigenes Markenzeichen für Nürnberg, das sie als Repräsentanten der freien Reichsstadt auf ihren Handelswegen verbreiteten, und das trotz der Einführung der Reformation durch die Jahrhunderte beibehalten wurde.
UNSERE SONDERABFÜLLUNG: SEBALD HELL – FROM HEAVEN
Unsere Jubiläumsabfüllung ist süffig, naturtrüb, einfach himmlisch.
Mit was könnte man das Jubiläum unseres ältesten fränkischen Heiligen besser feiern als mit einem Getränk, das genauso besonders ist wie der Anlass selbst?
Sebald Hell ist unsere himmlische Sonderabfüllung – gebraut von der Nürnberger Brauerei ORCA, einem jungen Familienbetrieb mit Sinn für Geschmack und Haltung. Ungefiltert, unpasteurisiert, 100 % bio, 100 % regional.
Sebald Hell ist wie die anderen leckeren nichtalkoholischen Getränke von Orca erhältlich und genießbar im Café Maulbeere, wo Startup-Spirit und Stadtkirchen-Charme zusammenkommen.
Und wer die Schnecke auf dem Etikett noch nicht kennt, muss sich auf die Suche machen – in der Sebalduskirche oder im Ausstellungsraum „Stein und Tür“ im Sebalder Pfarrhof.

TERMINE & VERANSTALTUNGEN
- Donnerstag, 23. Januar 2025, 19 Uhr, Bauhütte von St. Sebald
Kapitelsaal Sebalder Pfarrhof
St. Sebald – oder wie der Nürnberger Stadtpatron ein Heiliger wurde
Dr. Arnold Otto (Leiter des Stadtarchivs Nürnberg)
- Donnerstag, 20. Februar 2025, 19 Uhr, Bauhütte von St. Sebald
Kapitelsaal Sebalder Pfarrhof
„Sebald“ als Programm — Der Nürnberger Heilige im Spätmittelalter
Prof. Dr. Peter Fleischmann (ehem. Leiter des Staatsarchives Nürnberg)
- Mittwoch, 26. März 2025, Tag der Heiligsprechung vor 600 Jahren im Jahr 1425
- Ausstellung der originalen Bulle der Heiligsprechung von 1425
- 30 Uhr: Turmführung mit Josef Wintrich (Vorstand der Bauhütte)
- 30 Uhr: Kirchenführung zu St. Sebald mit Clara Jantos (Gäste- und Touristenseelsorgerin)
- 19 Uhr: Ökumenischer Vesper mit Stadtdekan Andreas Lurz & Sebalduspfarrer Dr. Martin Brons (in St. Sebald!)
- im Anschluss Impulsvortrag und Gespräch im Kapitelsaal des Sebalder Pfarrhofes: Wer war der Heilige Sebaldus und wie geht eine evangelische Gemeinde damit um? (in Kooperation mit dem CPH und der Gesellschaft Sankt Sebald im Cartell Rupert Mayer)
- Donnerstag, 22. Mai 2025, 19 Uhr, Bauhütte von St. Sebald
Eines mals, do hett sant Sebolt gewallet…
Die schriftliche Überlieferung der Sebalduslegenden. Ein Werkstattbericht.
Cedric Dütsch (Promovend zu den Legenden und Mitarbeiter am LAELKB)
- Donnerstag, 16. Oktober, 19 Uhr, Bauhütte St. Sebald e.V.
Hymnum cantat plebs iucunda.
Die Feier der Stundenliturgie an der Nürnberger Pfarrkirche St. Sebald im Spiegel der Geschichte.
Florian Kluba
DIE BULLE DER HEILIGSPRECHUNG VON 1425

Die Bulle der Heiligsprechung Sebalds durch Papst Martin V. datiert vom 26. März 1425.
Hier finden Sie eine Transkription und Übersetzung.
NEUERSCHEINUNG ZUM JUBILÄUM

Das Buch beleuchtet erstmals interdisziplinär und transepochal die Person Sebalds – von den Legenden über die Reformationszeit bis zur Untersuchung seiner Gebeine 2019.
Mit Beiträgen von Sibylle Appuhn-Radtke, Katja von Baum, Jürgen Bärsch, Kathrin Brendel, Martin Brons, Maria Ellinger-Gebhardt, Peter Fleischmann, Nicole Grochowina, Frank Heydecke, Jürgen König, Volker Leppin, Thilo Liebe, Franz Machilek, Kathrin Müller, Arnold Otto, Anna Pawlik, Georg Salzer, Kristina Schelinski, Hans Reinhard Seeliger, Manuel Teget-Welz, Manfred Welker, Joachim Werz.