DER HEILIGE SEBALD

Sebaldus ist kein Märtyrer, Bischof oder Papst gewesen. Gesichert gilt nur, dass er bereits im Jahr 1072 hier als heilig verehrt wurde und viele Menschen zu seinem Grab pilgerten.

1425 wird seine Heiligkeit von Papst Martin V. bestätigt. Dargestellt wird er gewöhnlich als Pilger mit Stab, Hut und der Jakobsmuschel als Pilgerzeichen, der seine Kirche unter dem Arm trägt. Im Jahr 1070 taucht sein Name zum ersten Mal in den Quellen auf. Viele Menschen seien zu ihm gekommen, heißt es dort, er habe verschiedene Wunder vollbracht und Kranke geheilt. Zahlreiche Legenden ranken sich um sein Leben, von dem kaum etwas überliefert ist.


SEBALDUSLEGENDEN

So heißt es etwa, er sei auf seinem Mantel bei Regensburg über die Donau spaziert. Ein anderes Mal wird berichtet, er habe bei der Familie eines geizigen Köhlers aus Einzapfen ein Feuer entfacht und so die Kaltherzigkeit des Familienoberhaupts zum Schmelzen gebracht. Selbst seine Finger konnten im finsteren Wald auf Bedarf leuchten, damit ein Bauer seine beiden Kühe wiederfinden konnte.


SEBALDUSFRÖMMIGKEIT

Mit dem Aufschwung der Reichsstadt und dem Aufblühen des Handels verbreitet sich über die Nürnberger Kaufleute die Sebaldusfrömmigkeit. Sebald wird zum unumstrittenen Stadtpatron, obwohl er anscheinend ein vergleichsweise unspektakuläres Leben geführt hat. Sebaldus blieb als Stadtheiliger Nürnbergs immer ein Lokalheiliger. Die Patrizier wählten den Einsiedler und Pilger als Galionsfigur und bekundeten so demonstrativ ihre Unabhängigkeit von den umliegenden Bischofsstädten Bamberg, Eichstätt, Regensburg und Würzburg. Daneben fungierte Sebaldus im Ringen mit den Nürnberger Burggrafen als Verbündeter. Mit ihrem Heiligen schufen sie ein eigenes Markenzeichen für Nürnberg, das sie als Repräsentanten der freien Reichsstadt auf ihren Handelswegen verbreiteten. Zuhause bauten, erweiterten und statteten sie ihre Pfarrkirche mit zahlreichen Stiftungen aus als Ausdruck ihrer Frömmigkeit und ihres reichsstädtischen Selbstbewusstseins.

500 Jahre Sebaldusgrab – Spuren des Stadtpatrons
Festwochenende vom 19.-21. Juli 2019
mit Symposium und Visitation der Gebeine

600 Jahre Heiligsprechung – Jubiläumsjahr 2025 zu Nürnbergs Stadtpatron